Donnerstag, 7. Februar 2013

Chironico Days

Philipp und Michi sind wiedermal im Tessin unterwegs. Philipp's letzter Besuch in Chironico liegt schon fast einen Monat zurück, damals boulderten wir bis spät in die Nacht hinein an lustigen Bouldern wie dem Totem oder der genialen Platte Senza Mani. Dieses Mal können wir wieder auf Flo's Gastfreundschaft zählen (Danke!), er wohnt momentan in Chironico. Am Abend gibt es bis spät in die Nacht hinein einen Worms-Fight. Gegen ein Uhr morgens kommt ein Bergsteigerkollege Flos an. Sie wollten noch in der der Nacht aufbrechen, doch jetzt schneit es leicht draussen. Wir staunen nicht schlecht, als sich die beiden kurz vor zwei Uhr doch noch entscheiden, loszumarschieren. Das sind wahre Alpinisten-Helden...

Am nächsten Tag kann Michi die fantastische Linie von The Real Shield (Bild ganz oben) klettern. Der erste Zug ist die Crux, danach folgt ein einfacherer Teil bis zum Ausstieg, der mit gefühlslosen Fingern aber gar nicht so locker ist. Philipp flasht problemlos die Variante, die den ersten schwierigen Zug umgeht und weiter rechts an der Kante startet. Philipp flasht unter anderem noch Slooper Attack / Number One und knipst nach ein paar Versuchen auch den Dyno von Revolution ab.

Am letzten Tag suchen und versuchen wir neue Projekte, doch wir sind nicht sehr erfolgreich. Irgendwann landen wir wieder beim Shield-Block und Michi klettert noch The Shield, der aus demselben schweren Zug wie The Real Shield, aber einem anderen Ausstieg besteht. Gegen Nachmittag bouldern wir einige einfachere, schöne Linien wie z.B. die Sloper-Kante Virgin Gorda (Bild links).


Von diesem und dem letzten Besuch in Chironico haben wir ein kleines Video zusammengeschnitten. Folgende Boulder sind zu sehen:
Serre Moi Fort (ohne die Start-Moves, das Video startet zu spät)
Le Monolithe (stand start)
The Real Shield (start variation)
Revolution
The Shield


Sonntag, 27. Januar 2013

Lindental



Gute zwei Stunden erholsamen Schlaf durfte Michi heute geniessen, bevor ihn den Wecker wieder aus dem Schlaf riss. Der Alkoholrestgehalt im Blut ist nicht zu unterschätzen und komischerweise ist auch die Motivation da. Philipp ist nach einer Fasnachtsnacht in einem ähnlichen Zustand. Im Lindentäli ist es ziemlich kühl und wir lachen uns selbst aus. Michi ist koordinativ immernoch auf gutem Niveau, kann er trotz allem eine Variante von rechts in die Lochparade hinein klettern. Philipp holt sich eine Begehung des Klassikers L'Énigme. Mit der Zeit ist der letzte Tropfen Alkohol rausgeschwitzt und vorallem mit Michis Fitness geht es genauso abwärts. Sweet Home, ein lustiger Kreuzdyno, können beide noch abschliessen, nachher ist fertig für heute.

Sonntag, 13. Januar 2013

Serre Moi Fort



Manu und Michi sind wieder einmal in Chironico. Michi hat ein klares Ziel vor Augen. Nach dem letzten Tessintrip erkrankte er an einer listigen Grippe und schon ist eine Ferienwoche vorbei. Am Ende der Grippe war er so halb wieder auf den Beinen, aber trotzdem noch nicht ganz fit. In dieser Zeit hat er Serre Moi Fort, ein perfekter Boulder des Meisters Fred Nicole, schon probiert, aber ist mehrere Male beim letzten Zug gefallen. Die Kraft hat überhaupt nicht mitgespielt. Nun ist die Krankheit endgültig weg und die Conditions sind gut. Ein neuer Versuch steht an. Nachdem die Finger warm sind, folgt ein kurzes Angewöhnen an die Griffe, danach folgt ein Versuch. Dieser bringt gleich den Erfolg (siehe Video, das jedoch nur den oberen Teil zeigt). Übt man die Züge schwächelnd ein, lernt man den Boulder dafür technisch sauberer zu klettern. So ein perfekter Go ist jedes Mal wieder genial...

Nachher ziehen wir weiter zum Monolithe. Zuerst haben wir Mühe, ein gutes Beta zu finden. Michi will sich beinahe von der Mikrozange geschlagen geben, als Manu eine sehr schöne, beinahe statische Lösung findet. Michi knackt dafür den einfacheren oberen Teil und der Durchstieg ist nur noch Formsache. Ein weiterer wunderschöner Block in Chironico!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Cresciano

Endlich ist das Wochenende, aber die Situation sieht nicht viel besser aus als letzte Woche. Immernoch sind die meisten Felsen nass. Wir beschliessen, Chironico auszulassen und stattdessen bis nach Cresciano zu fahren. Aufgrund der sonnigeren Lage erhoffen wir uns einige trockene Leisten. Unsere Wünsche werden erhöht und so stehen wir gegen Mittag in Cresciano vor dem Klassiker Arcadia.

Die ersten Züge sind nicht so schwer und Locals erklären uns, dass wir für den Stehstart sogar weiter oben starten können. Im oberen Teil sind wir jedoch ein wenig ratlos. Unsere Lösungsansätze sind wacklig und wir kommen nicht weiter. Wieder einmal ist es Beppe, der uns weiterhilft. Er zeigt uns die richtigen Fusstritte, die den ersten Teil ziemlich vereinfachen. Er und Andrea bouldern uns rasch die Züge vor. Zusammen mit Jakob aus Wien probieren wir weiter. Plötzlich ist der Trick klar und nach einigen weiteren Versuchen ist der schöne Boulder geklettert. Arcadia ist ein typischer "gewusst wie"-Boulder, hat man die Abfolgen, fühlt es sich gar nicht mehr schwierig an und richtig kräftig sind die Züge sowieso nicht. Manu flasht locker den Stehstart von Vaca Loca, Michi kämpft gegen seine Unbeweglichkeit. Als er es nach einigen kläglich gescheiterten Anläufen schafft, den rechten Fuss auf dem hohen Tritt zu platzieren, flasht er den oberen Teil auch ohne Probleme.

Michi beschliesst, sich wiedermal in seinem Urfeind zu stellen. Der heisst Harry Spotter und ängstigt ihn seit seinem ersten Besuch in Cresciano. Geschätzte fünfzehn Versuche später rutscht der Fuss das erste Mal nicht ab und die angesteuerte Leiste ist sehr gut, da lassen auf Leben und Tod zukrallende Finger nie mehr los. Somit wäre das Trauma Spotter bewältigt. Dunkle Erinnerungen können endlich vergessen werden. Mit freiem Kopf und freier Seele suchen wir in der Dunkelheit nicht existierende Abkürzungen auf dem Weg hinunter ins Dorf, dass wir über Umwege erreichen. Das Abendessen ist von der seriöseren Sorte und zufrieden freuen wir uns auf den morgigen Tag.

In der Nacht regnet es leider und wir finden kaum trockene Blöcke. Nur die Traversa degli Artisti ist trocken. Diese schmerzhafte Leistentraverse schüttelt uns immer wieder ab. Nach einiger Zeit gelingt der Durchstieg trotzdem noch. Alles andere ist nass und so machen wir uns schon bald wieder auf den Heimweg. Merci für diese zwei Bouldertage!