Sonntag, 11. August 2013

We ♥ Magic Wood


Nach über einem Monat Pause haben wir endlich wieder den Weg in den Magic Wood gefunden. Momentan herrscht Hochbetrieb und der Wald ist voller starker Boulderer. 

Während dem Aufwärmen können wir den fitten amerikanischen Klettererinnen zuschauen. Wenn die junge Brooke Raboutou Pura Vida klettert, scheinen die physikalischen Kräfte nicht zu gelten. Wir ziehen weiter zum kurzen Leistenboulder Goldfisch (Bild rechts), wo wir die slowenischen Kletterer Igor und Vash kennenlernen. Sie geben uns ihr Beta an und wir probieren zusammen mit ihnen. Nach einigen Versuchen beginnen wir die Bewegung zu verstehen. Da wir beide grösser als 180cm sind, können wir direkt zum guten Griff weiter oben an der Kante springen. Mit dieser Lösung können wir den Goldfisch schnell abhaken.
Wir versuchen uns an diversen Projekten im ganzen Wald und Philipp kann sich eine schnelle Begehung von Dinos Don't Dynos abholen. Gegen Abend landen wir schliesslich bei Man of a Cow. Michi hat den Boulder vor längerer Zeit schon mal probiert und ist damals kläglich gescheitert. Heute gelingt der untere Teil mühelos, doch er ist derart überrascht, dass er den Durchstieg beim weiten Zug ans Sloperband verspielt. Kurze Zeit später erreicht er wieder diesselbe Stelle. Der Ausstieg aufs Band ist wackelig, dabei hätte es einen versteckten, riesigen Griff. Dafür ist die Platte danach geschenkt und hält keine bösen Überraschungen mehr bereit, wie man von unten vielleicht erwarten könnte.
Mittlerweile wird es schon langsam dunkel und wir beschliessen, nur noch rasch am Bruno Block vorbeizuschauen. Dort haben wir beide noch nie etwas probiert. Der Zwischenstopp fällt jedoch kurz aus. Wir sind beide zu hungrig und zu müde, um noch etwas ernsthaft anzuschauen. Pasta und ein gutes Bier bei Jasmin und Jano (Merci!) macht uns fit für den nächsten Tag. Auf dem Zeltplatz herrscht wie immer eine entspannte, friedliche Stimmung.
Am nächsten Morgen wärmen wir uns ausgiebig in der Madame Étoile auf. Ein Filmer macht einige Aufnahmen für ein neues Tourismusvideo über den Naturpark Beverin. Damit die Finger richtig geschmeidig werden, klettern wir einige Male Super Bosna und Bosna Genial. Am Höhenrausch-Block sind schon einige Leute am probieren. Philipp flasht seriös Höhenrausch und Dropzone. Michi checkt den letzten Zug von Dropzone aus, natürlich mit dem Dyno-Beta, sowie die Verbindungssequenz. Im ersten Versuch vom Start reihen sich die Züge gleich perfekt aneinander und die Begehung von Höhenzone ist gebucht.
Nachher kriegen wir keine saubere Begehung mehr hin und bald drängt die Zeit schon wieder, da das letzte Postauto schon um sechs Uhr fährt. Die zwei Tage sind wieder so schnell vorbeigegangen...

Montag, 5. August 2013

Gottardo Boulder

Nachdem es beim letzten Besuch am Gotthard sogar hier oben noch unerträglich heiss war, sind die Temperaturen jetzt angenehmer. Wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird der Grip sofort merklich besser. Marc widmet seine Aufmerksamkeit der kleinen Leiste von Breaking Back. Als er das erste Mal den Henkel berührt, touchiert er noch leicht die Matten, doch schon der nächste Versuch bringt den seriösen Durchstieg. Michi kämpft derweilen mit dem ersten Zug von Caffé, Croissant et Gourmandise, einer neuen Linie von Milton gleich links von Breaking Back. Plötzlich findet er die richtige Körperposition, um den speziellen Dyno am Start auszulösen. Der zweite Teil ist einfacher, hier lässt man nicht mehr freiwillig los. Thomi ist in der letzten Zeit auch schon viel stärker geworden und seine Versuche in Breaking Back sehen schon vielversprechend aus (siehe Bild oben).

Montag, 15. Juli 2013

Schwarze Wand

Die Flucht vor der Sommerhitze verschlägt uns an die Schwarze Wand. Tatsächlich finden wir hier die erhofften tieferen Temperaturen. Der Fels der schwarzen Wand ist sehr speziell. Es gibt runde, glattgeschliffene Sloper und perfekte ergonomische Leisten. Die Kletterei ist boulderig-technisch und die Routen sind relativ kurz.
Den Tag gehen wir ruhig an. Schliesslich leidet Philipp an einer schlimmen Verletzung, da wäre überstürzen unangebracht. Nach einer Stunde essen und chillen checken wir die ersten Routen aus. Wir sind begeistert von den schönen Kletterstellen. Da es heute wirklich gemütlich werden soll, wählen wir die kürzesten der sowieso schon kurzen Routen aus. In Polski Ogorkie warten einige seriöse Züge an Leisten, bevor man über die einfachere Grauzone aussteigt. An der Schwarzen Wand ist Moria keine Höhle, sondern eine kurze, kleingriffige Route. Der Ausstieg ist ein wenig feucht, was sogar an einem derart entspannten Tag Flüche zur Folge haben kann. Philipp powert sich am Schluss noch aus, Michi zieht die gemütliche Linie bis am Abend knallhart durch.

Samstag, 13. Juli 2013

Engelberg Bouldering

In Engelberg haben wir bisher nur wenige Klassiker geklettert. Am Fuchsstein oben gibt es einiges zu tun. Nach einem Griffausbruch hat Bärti Wuersch den Stehstart vom Soultaker wieder begangen. Entstanden ist ein schöner Schulterzug und ein Verlängerer an eine abschüssige, aber breite Leiste. Die Crux besteht vorallem darin, diese Position wieder aufzulösen, ohne zu viel Schwung zu bekommen. Nachdem Michi in einer Session letztes Jahr bei jedem Versuch einen Teil der Cruxleiste rausgerissen hat, ist der verbleibende Griff jetzt solid und er ist durch die Veränderung auch nicht schlechter geworden. 
Der kleine Molotov-Block wird neben dem viel grösseren Fuchsstein gerne übersehen. Doch der lustige Plattendyno El Salto ist wirklich schön. Auf den ersten Blick scheinen die schmalen Leisten kaum zu halten. Der Sprung an die Kante ist super. Wer grösser als 180cm ist, hat es sicher einfacher, da er beim Dyno unten auf dem Tritt stehen bleiben kann.
Zum ersten Mal klettern wir den wirklich ehrlichen Ehrlichen Lump. Bärti zeigt uns seine Originalvariante, die nach der Entdeckung der kleinen Leiste links oben zwar eigentlich unnötig, aber deutlich schwerer ist. Die meisten kennen den Gschiid Lump als Ehrlichen Lump. Die "ehrlichen" Ausstiegszüge sind technisch und die Griffe recht abschüssig. Eine gute Variation für jeden, dem die gescheite Version zu leicht ist...