Sonntag, 15. März 2015

Feldbrunnen


Schon seit längerer Zeit wollte ich die Felsblöcke in den Wäldern von Solothurn besuchen. Noch nie war in dieser Gegend der Schweiz am klettern, bisher zog es mich immer in die Alpen. Nachdem das Wetter meine Pläne für die Felsen im Süden des Gotthards zunichte machte, fragte ich Jano, ob er zufälligerweise in seinem Hausgebiet unterwegs wäre. Das Glück war auf meiner Seite. Zusammen mit Jasmin und zwei Kollegen wollte er genau heute wiedermal nach Feldbrunnen...
So konnte ich heute wie in guten alten Zeiten auf die präzisen Lösungen von Jano zählen. Das Wetter spielte perfekt mit. Sonnig und trotzdem kühl und windig. Der grobkörnige Granit beansprucht die Haut, darum sind zu hohe Temperaturen nicht mehr angenehm. Abgesehen von der Rauheit des Felses erinnerten mich auch die technischen und gleichwohl kräftigen Boulder an Cresciano. Kleine Noppen, die erst gefunden werden müssen, sind oft die entscheidenden Tritte. Wir begannen den Tag beim Traversenblock, der zahlreiche schöne Klassiker bereithält. Nach einigen schönen Problemen wie Evolution, Liischtetanz oder der Abschusskante wollte ich Jano's Testpiece Good Old Times probieren. Auf kurzer Distanz werden verschiedene Fähigkeiten gefordert. Der tiefe Sitzstart ist fingerkräftig an kleinen, scharfen Leisten, der mittlere Teil braucht Spannung und der Mantle ist genial. Beim Startzug war ich zu Beginn ein wenig zögerlich, da ich mein linkes Knie nicht überlasten wollte. Jedoch fand ich eine gute Position für den ersten Move und konnte mich wacklig über den Mantle auf den Block retten.

Nächste Station war die bekannte Hohe Kante (Bild oben), die ich schon von Bildern her kannte. Die Linie ist genial. Die Griffe und die Tritte sind rar, aber Jano kennt sich zum Glück aus. Die Züge stehen der Linie in nichts nach, das Problem wäre in jedem Gebiet ein Klassiker. Die Direkte Hohe Kante lässt oben die grosse Schuppe links, das sogenannte "Ohr", links liegen und hängt dem schwierigen Start einige unsichere Züge an. Im ersten Versuch in der Hardcore Kante pumpte es mich an den nicht ganz sauberen Griffen zu. Einige Minuten später klappte es dann. Der letzte Boulder des Tages hiess Plaisir Extrem. Vor der Heimfahrt hatte Jasmin schon ein feines Abendessen gekocht. Merci euch beiden für den schönen Tag!

Die Hohe Kante in Feldbrunnen ist in folgenden Video (01:00) zu sehen:

Samstag, 7. März 2015

Nachtwandern im Tessin

Die Züge von "The Arete with a Pocket" hatte ich mal abends nach einigen Klettertagen angeschaut. Mit einer guten Lösung sind die Züge nicht wirklich schwierig. Da aber einige Klettermeter zusammenkommen, gilt es für den schnell gepumpten Boulderer möglichst kraftsparend der Arete entlangzucruisen. Damals versuchte ich zwar auch schon mich kraftsparend zu bewegen. Doch dies ist erstens nicht meine grösste Stärke und zweitens war gar nicht mehr soviel Kraft zum sparen vorhanden. Darum passte es super, dass Luki während einer anderen Session "Le Pilier" probieren wollte. Die Temperaturen konnten kaum als optimal bezeichnet werden, trotzdem stellte Luki seriös was es zu stellen gab. Die Haut protestierte irgendwann gegen die unfreundliche Behandlung und so pilgerten wir den langen Weg in den 101 hinunter. Die Arete gelang gleich auf Anhieb und wir freuten uns über die lange Nachtwanderung mit minimalem Felskontakt.

Samstag, 28. Februar 2015

Cresciano II

Giani Clement in Hannibal Lecter.

Happy Feet, ein schöner Boulder links von Extreme Ironing.
Simon in La Banda dal fil da Fer.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Cresciano

Im Februar verbrachten wir den einen oder anderen Tag in Cresciano. In Chironico lag ziemlich viel Schnee und so war hier oft viel los. Einmal war ich mit Dani unterwegs. Er war krankheitshalber auch ziemlich geschwächt und hatte zudem noch Probleme mit den Fingern. So bildeten wir ein gutes Duo der Kranken und Verletzten. In Kirk Windstein trafen wir auf Dave und Mias. Schon in den einfachen Zügen fühlte ich mich zittrig und beim Schulterzug (Bild oben) steigerte sich das Zittern zu einem Beben, das den ganzen Körper erfasste. Der Zustand fühlte sich komisch an - komplett kraftlos war ich nicht, denn immerhin konnte ich mich noch an den Griffen festhalten. Stark fühlte ich mich auch nicht, da sich auch die einfachen Bewegungen schwierig anfühlten. Knapp konnte ich mich den Stehstart hochzittern, doch vom Sitzstart her verliess mich die Kraft. Ich war trotzdem zufrieden, denn ich wusste, dass ich diesen Boulder mit ein wenig Fitness sauber durchziehen kann. Am Abend gab Dani trotz allem einige gute Versuche in seinem Antistilproblem, merci für den Tag.

Ein anderer genialer Klassiker war Dos Canones. Diesen kräftigen Überhang probierte ich zusammen mit der Churer Crew. Den "neuen" Start konnte ich sehr schnell klettern, aber der "originale" Start mit beiden Händen an der abschüssigen Leiste fiel mir schwer. Plötzlich fand ich eine Lösung und konnte gemütlich durch den überhängenden Teil klettern. Erst im Ausstieg wurde es spannend, aber ich konnte mich knapp auf den Block retten.

Kurze Zeit später war ich zum zweiten Mal diese Saison beim Kirk Windstein. Um die Finger an die kleinen scharfen Griffe zu gewöhnen, kletterte ich zweimal vom Stehstart bis zum Schulterzug. Ohne grosse Erwartungen startete ich vom Sitzstart her und konnte nach dem Schulterzug problemlos die Leiste matchen. Kontrolliert gelang der letzte schwierige Zug und ich konnte friedlich zum Ausstiegshenkel hangeln. Die Linie gehört für mich zu den allerbesten, die ich kenne und die Sequenz vom Schulterzug weg ist perfekt. Ich freute mich riesig über meinen ersten (für mich) schwierigeren Boulder nach dem Unterbruch. Danke an Giani und Jonas für den Support.