Donnerstag, 9. August 2012

The Trip Part I: Magic Wood

Für die zweite Augustwoche steht nach Céüse am Monatsanfang ein kleiner Bouldertrip auf dem Programm. Zu weit wollen wir nicht fahren, jedoch wollen wir auch nicht unbedingt in die nahen Passbouldergebiete der Zentralschweiz. So starten wir unsere Ferien im Magic Wood. Der Montag fällt aufgrund heftiger Regenfälle ins Wasser. Ab Dienstag sind wir on the Road...

Im Wald tropft es überall und wir befürchten, keinen einzigen trockenen Felsen zu finden. Unsere Angst ist jedoch unbegründet, ziemlich viel trocknete schon ab. Da Yänu das erste Mal hier ist und Michi keine offenen Projekte hat, beginnen wir einfach irgendwo zu Bouldern. Uns verschlägt es zum Space Cowboy. Der erste Move ist ein genialer Überkreuzzug an eine schlechte Leiste, die im Dead Point zugekrallt werden muss. Jeder Versuch bringt uns näher an die Leiste und ist diese erstmal in den Fingern, ist auch der ganze Boulder beinahe auf sicher.

Nach diesem ersten kleinen Erfolg suchen wir uns den nächsten Boulder. Ménage à Trois ist wieder ein komplett anderer Stil. Anstatt koordinativ wie der Space Cowboy fordert dieser Boulder vorallem die Fingerkraft. Von zwei schlechten Leisten muss ein besserer Griff erreicht werden. Mit der Sonne auf den Griffen ist Ménage à Trois für uns eine rechte Herausforderung. Michi verliert durch einen brutalen Abkratzer beinahe schon beim zweiten Boulder einen Fingernagel. Das weckt aber nur den absoluten Willen und mit diesem klappt der Boulder im nächsten Versuch. Uns gefällt es viele Boulder in verschiedenen Stilen zu probieren und wir ziehen gleich weiter zu Chiquita. Dieser Überhang wird mithilfe von Knieklemmern überlistet. Michi rutscht im ersten Versuch zuoberst raus, im zweiten Go kann er im letzten Moment den zweiten Knieklemmer versenken und sauber zum Henkel durchziehen. Yänu fightet sich mit einer ganzen Menge Knieklemmern hinauf, dafür ist nachher das Fleisch am Oberschenkel wiedermal an der frischen Luft. Ziemliche Fetzen Haut müssen liegengeblieben sein.

Das Kuchenmonster präsentiert sich als ziemlich harmlos Mönsterchen und Michi flasht es recht locker weg. Yänu macht auch kurzen Prozess mit diesem schönen Boulder und weiter geht es mit dem Fetten Fisch. Dieser Boulder ist Sinnbild für das erwinische Würgen. An komischen Seit- und Untergriffen presst man sich hinauf zur guten Kante. Klein und listig ist dieses Problem aber nach einigen Versuchen entdecken wir die richtigen Körperpositionen und überlisten es seriös. Da unser kleiner Gaskocher Ewigkeiten braucht, machen wir uns auf den Rückweg zum Zeltplatz. Projekte für morgen haben wir genügend im Kopf.

Am Morgen des 8. August will Michi gleich seinen ewigen Gegner, den Linserboulder, ein für alle Mal besiegen. Letztes Mal hatte Manu gezeigt, dass es möglich ist. Nun ist Michi an der Reihe und die paar Klettertage seit dem Scheitern zeigen ihre Wirkung. Mit vielen Flüchen und ohne eine grossartige Stilnote ringt auch Michi diesen Boulder nieder. Sofern auch wirklich am unterst möglichen Startgriff rechts hinten gestartet wird, ist dieser Linserboulder unserer Meinung nach sicher sehr hart für den Schwierigkeitsgrad.

Als nächstes kommen wir zum grossen Block beim Darkness-Roof. Wir wollen die Verbotene Frucht probieren, doch ein Zug im oberen Teil scheint uns rätselhaft. Beinahe wollen wir schon aufgeben, aber Michi findet plötzlich einen versteckten Henkel, der über einen langen Blockierzug erreicht wird. Im nächsten Go ist dieser Boulder in der Tasche. Als wir aufbrechen wollen, tauchen Jasmin und Jano auf. Ohne einen Versuch im Sündenfall dürfen wir nicht von diesem Block verschwinden, heisst es. Jano liefert wie gewohnt zu den Bouldermatten gleich das seriöse Beta dazu. Trotzdem braucht es einige Versuche um die athletischen Startmoves aneinanderzureihen. Ein ganz schöner Boulder...

Yänu muss natürlich auch mal den Superklassiker Enterprise sehen und Michi nutzt die Chance um mit Sammis Tipps gleich die No-Foot-Version Enterprise in Space zu klettern. Yänu battlet sich mit der normalen Version und gewinnt. Am Abend treffen wir Jasmin und Jano beim Bierbauch. Jano klettert diesen Überhang rasch onsight. Michi braucht viel länger und muss am Schluss die Knie zu Hilfe nehmen, um hier erfolgreich zu sein. Am Abend ist die Haut schon merklich dünner und am Donnerstag wäre ein Ruhetag eigentlich nicht schlecht. Trotzdem brechen wir nochmal in Richtung Wald auf und Michi kann mit dem Marihuana Corner eine alte Rechnung begleichen. So verlassen wir am Nachmittag dieses geniale Bouldergebiet in Richtung Österreich...

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