Mittwoch, 17. Juni 2015

Alpine Season: Rêve de Faire


Riesig hatte ich mich auf die Susten-Saison gefreut! Eines meiner Ziele, Martin's Keinschneehäschen, musste ich leider aufgrund von Knieschmerzen beim Hook schnell aufgeben. Abgesehen von meinem Handicap mit dem linken Knie fühlte ich mich fit und konnte Boulder wie Madrugada und Red Snapper, die mir letzte Saison noch einige Versuche abverlangten, auf Anhieb wiederholen.



Fred Nicole's Klassiker Rêve de Faire motivierte mich zu Beginn weniger. Die lange Traverse nach links bietet keine sehr schwierigen Einzelzüge, ist aber pumpig und in meinen Augen schon fast eine Route. Nachdem ich mit einer guten Beta von Aldo Pitbull begehen konnte, blieben Luki und ich noch länger am Pass oben. Irgendwann fand ich, dass ich zum Ausklettern die Traverse von Rêve de Faire einüben könnte. Luki bestand darauf, dass ich gleich vom Start her probieren solle. Erwartungslos startete ich und wegen vielen langsamen Trittwechseln kam ich nur langsam voran. Die Reibung war ausserordentlich gut. Es war mittlerweile schon elf Uhr nachts und ziemlich kühl. Überrascht merkte ich, dass ich problemlos alle schwierigen Stellen hinter mich gebracht hatte. Ich merkte, wie die Finger langsam kalt und gefühlslos wurden. Am Rastpunkt beim Pitbull wusste ich, dass es knapp wird. Ich spürte nichts mehr und die kaltgepumpten Unterarme waren nicht mehr fähig die Finger zu beugen. Am nächsten Griff blieb ich lustigerweise trotzdem hängen. Ich setzte den Hook, erwischte die Kante und wollte zum erlösenden Henkel weitergreifen. Wie in Zeitlupe fiel ich. Ich wusste nicht, ob ich mich aufregen oder freuen sollte. Unerwartet war ich weit gekommen aber auch so knapp wie nur möglich gescheitert...

Nach zwanzig Minuten Pause floss das Blut in den Unterarmen wieder ruhig und gleichmässig. Ich setzte zum nächsten Versuch an. Diesmal war ich viel schneller, aber auch weniger präzis und schon in Traumland rutschten die Füsse ein erstes Mal von den Tritten. Beim Rastpunkt fühlte ich mich gut, aber beim allerletzten Schnapper an den Henkel musste ich nochmals alles geben. Diesmal klappte es und ich freute mich über den gelungenen Durchstieg.


An einem anderen Abend konnte ich zusammen mit Luki Kill Your Idols klettern. Nach dem Start an einer guten Incut-Leiste gibt es viele gute offene Griffe und Zangen, die verschiedene Lösungen zulassen. Gegen einen Durchstieg von My Axis wehrte sich das Knie leider mit starkem Schmerz, hoffentlich geht das nächste Saison! 


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