Freitag, 6. Februar 2015

Val Calanca


Nach dem gestrigen Ausflug ins Val Bavona hofften wir heute auf mehr Wetterglück. Als wir jedoch durch die Leventina weiter in Richtung Süden fuhren, präsentierten sich die Täler immer wolkenverhangener. Kurzfristig beschlossen wir einen Abstecher ins Val Calanca zu machen. Der riesige Felsblock direkt an der Strasse war glücklicherweise teilweise trocken. Die Ausstiege tropften nur so, doch einige Boulder enden in der Wand. Nach dem Aufwärmen in der Angle Traverse wollte ich mir die kleinen Leisten von Jonas Flash anschauen.


Der schwierigste Move ist beinahe der erste, da die Tritte ziemlich schlecht sind. Danach geht es weiter mit schönen Zügen an positiven Griffen und immer besseren Tritten. Abgesehen vom fehlenden Ausstieg ist Jonas Flash ein perfekter Boulder. Inzwischen war es recht sonnig geworden und wir genossen die wärmende Sonne am aufgeheizten Stein. Beim kleinen Überhang gegenüber trocknete der Ausstieg rechts beinahe komplett und zum Schluss haben wir uns hier mit der kräftigen Traverse Troncolare und eigenen Definitionen verausgabt. Später haben wir uns weitere Blöcke angeschaut, die aber alle noch im Winterschlaf waren. Wir werden wieder kommen.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Bavona


Unser Ziel heute hiess Avegno, doch leider regnete es den ganzen Tag stärker als erwartet. Wir beschlossen uns das Valle Bavona anzuschauen. Viel hört man über dieses Tal mit seinen unzähligen Felsblöcken. Biegt man ins Tal ein, erscheinen sogleich die ersten grossen Brocken und es werden immer mehr. Dazwischen tauchen immer wieder die schönen, kleinen Dörfer aus Stein auf. Wie erwartet war alles nass, doch nun ist die Vorfreude für einen Besuch bei besserem Wetter gross... 

Mittwoch, 28. Januar 2015

Cresciano Days


Ende Januar war ich mit Chrus in Cresciano und wir hatten bei bestem Wetter praktisch das ganze Gebiet alleine für uns. Chrus holte sich eine seriöse Begehung von La Boulette (Bild oben) und ich konnte den Klassiker La Rondella im ersten Versuch klettern, nachdem ich früher dort mal knapp nicht hochgekommen bin. Bis zum Eindunkeln kletterten wir an zahlreichen leichteren Bouldern. Merci Chrus für den friedlichen Tag! 

Ein anderes Mal war ich zusammen mit Laura wieder da. Zum Glück war es einer der ersten frühlingshaften Tage in diesem Jahr und wir kletterten den ganzen Tag an vielen einfacheren Bouldern. Am Abend trafen wir Philipp, nach einer Reibungsplattensession konnten wir noch die ersten Meter der Heimreise mitfahren, danke!

Sonntag, 25. Januar 2015

Osogna


Zu lange war ich nicht mehr am klettern. Prüfungen und eine Krankheit, wegen der ich fast zwei Wochen im Bett lag, hielten mich von den Felsen fern. Nach 26 Tagen des Leidens durfte ich endlich wieder ins Tessin. Zum ersten Mal merkte ich, wie streng das Tragen eines Crash-Pads ist. Normal herumlaufen konnte ich schon wieder gut, aber um die Belastung des Pads wegzustecken, konnte die Lunge den Sauerstoff noch zu wenig gut aufnehmen. Danke an alle Kollegen für die Hilfe. In Chironico genossen wir einen friedlichen Tag alleine zusammen mit vielen nassen Felsblöcken. Nicht viel anders sah es wenige Tage später in Cresciano aus.

Der dritte Ausflug in den Süden brachte endlich die erhofften perfekten Bedingungen. Wir entschieden uns für Osogna. Hier hatten wir alle noch viele, auch einfachere Boulder nicht geklettert. Als erstes steuerten wir jedoch gleich "Mary Poppins" an. Diese wunderschöne Platte gilt als einer der schöneren Faceclimbs in der Umgebung. Der Start von "Mary Poppins" ist einfach, gegen oben hin wird es immer schwieriger. Die letzten Zentimeter zur rettenden Kante müssen hart erkämpft werden. Manu holte sich eine saubere Begehung, an den kleinen Griffen fühlte er sich sichtlich wohl. Im Gegensatz zu Chrus und Manu konnte ich dank meiner Grösse alle schlechten Griffe bis auf eine einzige abschüssige Leiste auslassen. Mit dieser "Tall Man Beta" für alle über 1.80 m funktionierts vermutlich ein wenig einfacher. Auf den Bildern ist Manu in der seriösen Lösungsvariante zu sehen... Am Abend durchstieg Manu gleich noch den nächsten mächtigen Boulder. In "Rêve de Mario" zögerte er nicht lange, stellte kompromisslos und stand kurze Zeit später oben auf diesem historischen Felsen.

 


Am nächsten Tag war auch Lars wiedermal für einen Bouldertag zu haben und Obed, Jan und Miro entschieden sich dank seriösen Überredungskünsten von Manu und mir gegen das tief verschneite Chironico und für Osogna. In der kletterfreien Zeit hatte sich die strapazierfähige Elefantenlederhaut in ein bemitleidenswertes Häutchen eines Büroangestellten verwandelt. Mir wurde klar, dass das Jammern der Boulderkollegen, die nur ab und zu den Weg an die Felsen finden, gerechtfertigt ist. Darum liess ich alle Boulder mit scharfen Leisten wie "Gilette", die Manu besonders Freude (=Schmerz) bereiteten, aus. Stattdessen genoss ich lieber die Sonne und kletterte viele laut Schwierigkeitsgrad einfachere Boulder, die sich oftmals aber als ziemlich komplex entpuppten. "Samba" war noch einfach, "Mamba" wartete mit einer listigen offenen Türe am Ende. Zusammen mit Lars kletterte ich die steilen, weniger technischen Boulder am "Homework"-Block, bevor wir uns alle zusammen gegen Abend am "Barack Obama"-Block einfanden.  

"Sea World" konnte ich schnell durchsteigen, aber in "Barack Obama" fanden wir keine brauchbare Lösung. Viel zu lange probierten wir zu tief zu queren. Irgendwann fand Manu die seriöse Untergriffbeta und Obed folgte ihm sogleich. Ich hatte mehr Mühe, doch nach einer kleinen Korrekur für mein Beweglichkeitsdefizit konnte ich schlussendlich auch aussteigen. "Stanza Con Vista" forderte ein letztes Mal Technik und Übersicht, danach war genug gebouldert für heute. Merci für alles!

Danke Dani für dieses Bild von letztem Jahr, als ich hier nicht mehr weiter kam.