Samstag, 6. Juli 2013

Gottardo

Seit unserem letzten Besuch am Gotthard im Herbst 2012 ist schon wieder einige Zeit vergangen. Damals liessen wir ziemlich viele Boulder unbegangen zurück. Jetzt ist der Schnee grösstenteils geschmolzen und Traumlinien wie Trieste-Gottardo oder Dark Side of the Moon können wieder probiert werden.

Anfangs Juli kurven wir endlich wieder mit Pads bewaffnet den Pass hinauf. Am schönen Block direkt bei der grossen Kanone wärmen wir uns auf. Um richtig warm und wach zu werden, wecken wir die Finger mit dem kleingriffigen Längenzug von Band Bassotti. Genauso fingerkräftig, aber noch technischer ist der Blockklassiker Alinghi. Einen leichten Pump kann man sich in der Traverse Sid Vicious (Bild unten) holen. Vorallem wenn man die Untergriffe übersieht, wartet am Schluss ein listiger Schulterzug. Der Block ist wirklich ideal zum Aufwärmen und eignet sich wegen des perfekten Absprunggeländes insbesondere auch für Anfänger. Die leistenlastige Fastpass oder der Riss von Pol Pot gehören sicher zu den lohnenderen einfacheren Gottardo-Linien.

Danach steuern wir gleich den Superklassiker des Gebiets an. Der Trieste-Gottardo Block liegt noch immer inmitten von Schneemassen und die Wiese unter dem Boulder gleicht einem Sumpf. Der Zug oben (Bild unten) entpuppt sich wie letztes Jahr schnell wieder als einziges wahres Problem. Nach einer Inspektion von oben finden wir den richtigen Quarznoppen, den man beim Aufsteher genau mit einem Finger belasten kann. Diese leichte Entlastung reicht aber, dass man gut ganz aufstehen kann. Trieste-Gottardo ist definitiv ein Bewegungsproblem, für das einfach die richtige Lösung gefunden werden muss. Nur so lässt sich die beste Linie am Pass knacken. Nächstes Mal ist der Sitzstart an der Reihe, dessen Schwierigkeit darin besteht, in die relativ abschüssigen Griffe der Stehstartposition zu gelangen. Zudem sind es dann schon einige Moves bis zum Ausstieg...

Im Suworow-Sektor gibt es nicht nur den dem Sektor den Namen gebenden Bug, erst weiter hinten liegt das Hauptblockfeld des Sektors. An einem breiten Block direkt am Wasser gibt es einige gute Boulder. Michi versucht dort praktisch unaufgewärmt Breaking Back und zieht die zwei Moves im zweiten Versuch locker durch. Leistenboulder im Überhang funktionieren meistens recht gut, aber es gibt definitiv härtere Testpieces in diesem Grad. Wenige Meter entfernt befindet sich das Alan Parson Project (Bild unten), ein kleiner Block mit perfekten Moves. Leider scheint die Sonne voll auf den Ausstieg und Michi rutscht prompt genau da noch im ansonsten sehr kontrollierten Flash-Go. Marc's Liquid Chalk hilft seriös gegen die schwitzigen Hände, so kann das lautstarke Gefluche endlich mal aufhören und Michi muss sich nicht mehr schämen. Marc selber ist heute bezüglich dem Verwenden unanständiger Begriffe im Falle des Scheiterns nicht viel besser. Bei ihm liegt das Problem beim Klemmhook, der einfach nicht halten will. Schlussendlich klappt es trotzdem noch. Marc hat in den wenigen Monaten Outdoor-Bouldern schon seriöse Fortschritte gemacht.

Am Shark-Block (Bild zuoberst) warten auch einige schöne Linien. Ende Oktober 2012 kombinierte Heinz Betschart die Schlüsselstellen von Fred Nicole's Diabolik und Giuliano Cameroni's Time Machine zu Diabolik Machine. Diese Variante ist schöner als Diabolik selbst, da sie anstelle des Sloper-"Geschnaffels" des Normalausstiegs  eine knappe handvoll klare, kräftige Züge anfügt. Marc übt seriös hooken im ersten Teil von Diabolik und es sieht bei jedem Versuch besser aus. We'll be back!

Sonntag, 30. Juni 2013

Magic Wood

Das alte, seriöse Team Flo, Obed und Michi ist heute endlich wieder einmal zusammen unterwegs. Flo und Obed besuchen zum ersten Mal den Magic Wood. Obed leidet an Schmerzen an einem Finger, darum entschliessen wir uns möglichst gemütlich zu starten und wärmen ausgiebig an der Madame Étoile auf.
Michi will natürlich möglichst viele Klassiker zeigen. Höhenrausch entpuppt sich als sehr fingerunfreundlich - nicht sehr verwunderlich, wenn man die letzte schlechte Leiste kennt.  Blown Away ist da schon viel besser und Obed zieht diese Traumlinie nach wenigen Versuchen locker durch. Am Beach Block ist schon eine Menge los. Obed flasht kontrolliert die abwechslungsreiche Grit de Luxe. Der Mantle am Start fordert Bewegungsgefühl, an den kleinen Leisten oben in der Platte ist entweder Fusstechnik oder ein wenig Campusstyle gefragt. Zusammen mit den starken Bouldererinnen des Zürcher und Nationalkaders probieren wir noch einige Moves im Darkness Roof. Am Eingang zum Roof kommen wir an der frisch erstbegangenen Linie "The Understanding" von Nalle Hukkataival vorbei. Dieser Boulder ist unglaublich eindrücklich... Flo ringt der Enterprise eine seriöse Begehung ab, Obed, Sebastian und Michi machen trainingshalber (wiedereinmal) die lustige in Space Version. Am Ende des Tages ziehen Sebastian und Michi zum speziellen Dyno Angry Samoa. Ein schöner Abschluss eines guten Bouldertages.

Freitag, 14. Juni 2013

Lame Duck

Nachdem wir den Blattiswald letztes Mal für uns "wiederentdeckt" haben, wollen wir uns nun den seriöseren Problemen direkt vor unserer Haustüre widmen. Inmitten der Dornen versteckt sich ein kleiner, aber genialer Block. Knapp über dem Boden gilt es ein kleines Dach zu überwinden und danach mit vielen Hooks entlang der Dachkante in flacheres Gelände zu flüchten. In einem Video der Grindelboulder-Crew heisst der Boulder Les Chênes Duvals, im neuen Bimano-App findet sich die Linie mit dem Namen Sélection Totale. Der originale Name der Erschliesser lautet Lame Duck, wie wir später erfahren haben. Die Kletterei ist super. Rund um den Block haben wir zuerst ziemlich viele Dornen weggeschnitten und auch den Zugang ein wenig verbessert. Nach der langen Arbeit war es beinahe schade, dass der Boulder ziemlich schnell geklettert war, denn nun ist der Platz ziemlich gemütlich. Obwohl der Block nicht sehr hoch ist, dauert der Durchstieg verhältnismässig lange, da sehr viele Hooks und kleine Schnappzüge nötig sind. Die Sonne scheint leider auch lange auf die abschüssigen Schlüsselgriffe, was zu schmierigen Fingern während den letzten Zügen führen kann. Dafür ist kein Einzelzug brutal hart. Alles in allem ein wunderschöner Boulder, wir werden uns sicher mal wieder im Blattiswald blicken lassen...

Montag, 3. Juni 2013

Blattiswald

Der Blattiswald ist ein schönes, kleines Bouldergebiet in der Nähe von Steinen bei Schwyz. Der Fels ist von bester Qualität. Leider sind viele Blöcke stark von dornigen Brombeerstauden überwuchert.

Obwohl der Blattiswald für uns ziemlich nahe ist, besuchten wir es in letzter Zeit nie. Aufgrund der heftigen Regenfälle in den letzten Tagen rechnen wir mit nassem Fels. Doch wir werden positiv überrascht. Alles ist nass, nur der Fels ist trocken. Beim ersten Block, der sich rechts oberhalb des Weges versteckt, wärmen wir uns an der Kante auf. Danach reizt uns die Platte links davon, die Fulmia heisst. Ganz schwach ist der Name zu entziffern. Michi kämpft beim Einstieg gegen seine Unbeweglichkeit. Er kann kaum die Start- position erreichen. Als es schliesslich klappt, klettert er dafür gleich weiter zum Ausstieg.

Beim Block auf dem Hügel klettern wir Moosrutsch, wobei Beni im ersten Versuch noch einen Griff verkleinert. Rodeo heisst die Traverse knapp über dem Boden, die trotzdem lustig ist. Weiss jemand genaueres zum Boulder durch den zentralen Überhang?

Weiter hinten im Gebiet schauen wir uns noch diverse Linien an, darunter zum Beispiel den Querschläger oder La Finesse. Das momentan beste Topo zum Blattiswald findet sich im Bimano-App. Dort sind auch deutlich mehr Blöcke beschrieben als im Röker-Führer, wo das Gebiet scheinbar im Eiltempo abgehakt wurde.


1   Fulmia
Sehr schöne Platte mit tricky Einstieg und einem wackligen Zug im oberen Teil.

2   Pantha Rei
Gute Kletterei entlang der Kante.